Allgemein, BerlinSuchmaschinenoptimierung + Art-Dèco-Stil + beisender Geruch = Alexa

Die Krankenwagen stehen nicht mehr vor den Türen, das Polzeiaufgebot wurde drastisch reduziert, die Luft ist rein und ich gehe rüber. Seit kurzen hat es auf. Seit langem fällt es auf. Das Alexa.

Noch vom allgegenwärtigen Rosa geblendet der erste positive Eindruck: Es gibt viele Fahrradständer in Form von Laternen. Die vielen Fahrräder verschönern nicht gerade den Anblick des Alexas. Aber würde es ohne besser aussehen?

Rein ins Getümmel. So schreite ich durch die schwarzen Türen zwischen den rosa Wänden. Innen sieht es anders aus. Eine Mischung aus: Kleinen schwarz schimmernden Hochglanzfliesen, pastellfarbenen bunten Steinfußböden neben Parkett in dunkel und hell, arrangiert mit kallroten und tiefblauen Handyläden, goldenen Dingsdas, die unter der Decke durch die Wand nach außen reichen und funkelnde Teeniemodeläden und dem Duft nach Neuem bestrahlt von orangenem Licht aus zackigen Lampen.

Sowas nennt sich „Art Dèco“. Wenn man dem Architekten glaubt.

„Was ist denn Hennes und Mauritz?“ – „Das ist doch der H&M-“ – „Warum schreiben die das dann nicht hin?“ Mit der Beschilderung tut sich das Alexa noch schwer. Außer für den Media Markt. Den hätte ich aber auch ohne Schilder gefunden. Nur nicht gesucht. Den Supermarkt findet man übrigens unter „Food Court“.

Erstaunlicherweise gibt es viele Läden, die ich noch nicht kenne. Vielleicht gehe ich nur zu selten in diese künstlichen Einkaufswelten. Oder das Alexa hat es wirklich geschafft, Abwechslung zu schaffen.

Schön finde ich auch, dass sie einen einigermaßen deutschen Namen zu finden: Alexa. Ein jeder Suchmaschinenoptimierer sollte sich dort heimisch fühlen. Und endlich mal kein weiteres Gesundbrunnen-Center.

Mit einem leckeren Eis einer nicht beschilderten Sorte schlendere ich durch die schwarzen Türen aus dem rosanen Haus. Ich habe das Alexa unverletzt überlebt.

Eine Frage habe ich noch: Warum steht eigentlich überall „Metropolis“ auf den Fußböden? Wenn ihnen der Film so gut gefällt, hätten sie sich doch bitte ein Beispiel an der Farbwahl nehmen können. Schwarzweißbilder zieren doch auch das Innere des Alexas. Sie sollen dem Besucher vor Augen halten, dass dieser Platz früher mal besser aussah.

Ich verzichte auf Fotos vom heute Erlebten.

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